Papa mit Baby

Papamonat – mit Minischritten zu Väterbeteiligung

Kinderfreunde begrüßen Rechtsanspruch, sehen aber weiteren Verbesserungsbedarf

Papamonat = Kinderfreunde-Idee

„Der Papamonat ist eine mittlerweile wirklich schon alte Kinderfreunde-Idee. Seit mehr als 16 Jahren kämpfen wir bereits dafür, dass Väter die erste Zeit mit ihren Kindern verbringen können und damit ein partnerschaftliches Zusammenleben und ein gleichberechtigten Umgang beider Elternteile mit ihren Kindern zu fördern“, erklärt Christian Oxonitsch, Bundesvorsitzender der Österreichischen Kinderfreunde.

Rechtsanspruch top, Modell flop

„Natürlich begrüßen wir, dass nun endlich ein Rechtsanspruch auf den Papamonat kommen wird. Damit ist ein wichtiger Schritt geschafft. Wir sehen aber auch, dass das derzeitige Modell des Familienzeitbonus für Familien einfach zu unattraktiv ist. Wenn gerade einmal 6% der Väter in Österreich den Papamonat bisher in Anspruch nehmen, ist das nicht nur eine Frage des Rechtsanspruchs, sondern auch, dass der Papamonat halbherzig ausgestaltet ist“, so Oxonitsch.

700 Euro sind zu wenig

Das größte Problem orten die Kinderfreunde bei der Höhe der Abgeltung. „Väter im Papamonat bekommen 22,60 Euro pro Tag – das sind rund 700 Euro im Monat. Das können sich einfach die wenigsten leisten. Wir fordern, dass der Lohn zu 100% fortgezahlt wird. Nur so, kann sichergestellt werden, dass Familien nicht aus finanziellen Überlegungen auf diese wichtige gemeinsame Zeit verzichten müssen.“

Abzug Kinderbetreuungsgeld

Weiter stößt den Kinderfreunden auf, dass der Familienzeitbonus später vom Kinderbetreuungsgeld abgezogen wird, sollte der Vater in Karenz gehen. „Wir müssen attraktive Anreize schaffen, dass Väter sich gleichberechtigt beteiligen – ihnen im Nachhinein das Geld vom Papamonat wieder wegzunehmen, ist definitiv der falsche Weg“, ist sich Oxonitsch sicher.

Kein Geld bei Krankenhaus-Aufenthalt

Noch ein Fallstrick verbirgt sich in der Regelung, dass der Familienzeitbonus nicht genutzt werden kann, wenn sich einer der Elternteile oder das neugeborene Kind in Anstaltspflege befinden. Sprich: Wenn die Mutter oder das Baby im Krankenhaus sind, gibt es für diese Tage kein Geld. Papas von kranken oder frühgeborenen Kindern, die lange im Krankenhaus bleiben müssen, haben dadurch oft gar keinen Anspruch auf Papamonat. „Solche Härten müssen einfach repariert werden. Gerade in Fällen, wo die Mutter oder das Baby im Krankenhaus sein müssen, ist es wichtig, dass die ganze Familie unterstützen kann“, so Oxonitsch.

Papamonat für alle

„Um den Anteil der Väter, die den Papamonat in Anspruch nehmen, zu erhöhen, brauchen wir ein wirklich wirksames, möglicherweise sogar verpflichtendes Modell. Das heißt: Papamonat mit vollem Lohnausgleich, ohne Abzüge beim Kinderbetreuungsgeld, ab dem Tag der Geburt, unabhängig davon, ob Kind oder Mutter im Krankenhaus liegen müssen und auch für Pflegepapas, wenn das Kind später in die Familie kommt“, fasst Oxonitsch die Kinderfreunde-Forderungen zusammen.


Rückfragehinweis:

Österreichische Kinderfreunde
Karin Blum
Pressereferentin
01/5121298-60, 0650/6626620

www.kinderfreunde.at

Druckansicht
 

Die Kinderfreunde Österreich
Rauhensteingasse 5/5 · 1010 Wien

Tel.: 01/512 12 98
Fax: 01/512 12 98 DW 62
kind-und-co@kinderfreunde.at