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No Pasarán! - Sie kommen nicht durch!

Zeitzeugenspräch mit Gert Hoffmann, einem der beiden letzten lebenden österreichischen Spanienkämpfer

Der spanische BürgerInnenkrieg, der im August 1936 zwischen der demokratisch gewählten Regierung der Zweiten Spanischen Republik und den faschistischen Putschisten um General Franco seinen Anfang nahm, forderte eine internationalen Mobilisierungen der Linken: Zehntausende Angehörige der Internationalen Brigaden kämpften ab Oktober 1936 auf Seiten der Republik gegen die Faschisten. Mehr als die Hälfte der insgesamt 40.000 InterbrigadistInnen verlor im Laufe des Krieges ihr Leben, der aller Anstrengungen zum Trotz im April 1939 mit einem Sieg der Franco-Faschisten endete – Startpunkt der blutigen klerikal-faschistischen Diktatur, die bis zum Tode Francos im Jahr 1975 währen sollte. Auch aus Österreich kämpften über 1400 KommunistInnen und SozialistInnen, viele davon ehemalige Schutzbündler, in den internationalen Brigaden. Gert Hoffmann, 94 Jahre, ist neben Hans Landauer der letzte lebende österreichische Spanienkämpfer.Seine umfassenden Lebenserinnerungen hat Hoffmann im Jahr 2009 unter dem Titel „Wer löscht den Brand. Ein Bericht aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“ bei Dietz veröffentlicht.

Zu Gert Hoffmann:

Schon als Kind prägen den Sohn einer sozialdemokratisch orientierten Wiener Anwaltsfamilie der Brand des Justizpalastes 1927 und die Ermordung des sozialistischen Abgeordneten Mateotti durch italienische Faschisten. Sein etwas älterer Bruder, ein kommunistischer Aktivist, wird im austrofaschistischen Lager Wöllersdorf zum Berufsrevolutionär und meldet sich als einer der ersten ÖsterreicherInnen zu den Interbrigaden. Immer wieder sitzt Gert Hoffmann ab 1934 im Kerker, meist wegen Teilnahme an illegalen Kundgebungen. Die kommunistische Partei schleust den jungen Mann schließlich über die Tschechoslowakei Anfang des Jahres 1938 nach Spanien an die Front, wo er im August an der Ebroschlacht zum Einsatz kommt. Die ersatzgeschwächten und hungernden republikanischen Einheiten können der faschistischen Übermacht aber nur mehr wenig entgegensetzen. Wie viele seiner KampfgenossInnen landet Hoffmann im Februar 1939 schließlich unter unmenschlichen Bedingungen in einem französischen Anhaltelager. Seine Eltern und sein Bruder werden in den Vernichtungslagern der Nazis ermordet, er kann in Frankreich als Landarbeiter untertauchen und wird im Jänner 1945 von der US-Army rekrutiert. Als GI nimmt er an der Befreiung Deutschlands Teil.

Begrüßungsworte:

Stefan Jagsch, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Wien
Ernst Nedwed, Vorsitzender des Bundes Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer/innen, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschist/inn/en

Der Bund sozialdemokratischer Freiheitskämpfer/innen, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschist/inn/en, die Wiener Bildung, die SJ Wien und die Roten Falken Wien laden zu dieser Veranstaltung herzlichst ein:

Mittwoch, 15. Juni 2011, 18.00 Uhr
Saal der Sozialistischen Jugend Wien
(Landstraßer Hauptstraße 96/2, 1030 Wien)

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