Symposium Amstetten 2015

Gewalt hat viele Gesichter

Hinschauen – statt wegschauen!

Jährlich werden in Österreich etwa 11.500 strafbare Handlungen an Kindern und Jugendlichen angezeigt. Zählt man jene Vergehen dazu, in denen die TäterInnen und Opfer in einer familiären Beziehung stehen, steigt diese Zahl sogar auf 15.000 verzeichnete Fälle. (Quelle: Prim. Dr. Michael J. Merl, 2014, Leiter der Abteilung für Kinder und Jugendpsychiatrie in der LFKK). Gewalt ist aber nicht immer oder ausschließlich auf eine Verletzung des kindlichen Körpers zurückzuführen – viel zu oft erleiden Kinder neben körperlichen Gewalttaten auch Verletzungen, die auf den ersten Blick unsichtbar sind, jedoch tiefe Spuren hinterlassen. Jede körperliche Gewalttat, jeder sexuelle Übergriff und jede Form der Vernachlässigung ist immer auch eine Form psychischer Gewalt. Unbeachtet und unbehandelt führen alle Formen von Gewalt zu seelischem Leid und oft zu psychischen Erkrankungen im Kindes-, Jugendalter und schließlich Erwachsenenalter. Die Aspekte der psychischen Gewalt und ihre Auswirkungen müssen ernst und bewusst wahrgenommen werden.

War Gewalt in der Erziehung früher ein erlaubtes Mittel um sich Autorität zu verschaffen, ist heute "die Watschn" per Gesetz verboten, so Mag. Gerhard Riegler in der Begrüßung. Politik hilft mit, gesellschaftliche Veränderungen durchzuführen.

Im Symposium wurden die verschiedenen Formen der Gewalt an Kindern und Jugendlichen mit Inputreferaten dargestellt. Ziel war eine Sensibilisierung, aber auch Wege aus der Gewaltspirale aufzuzeigen. OA Dr. Christoph Wolfram hat sich dem Thema körperliche Gewalt gewidmet. Die psychische, sexuelle und strukturelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen wurde durch Mag. Barbara Neudecker und Sozialarbeiter Guido Bonifer veranschaulicht, ebenso wie von DSA Vera Ginner die Zeugenschaft von Kindern. Im Anschluss gab es eine Podiumsdiskussion, zu der alle ExpertInnen sich den Fragen des Publikums stellten. Der inhaltliche "Gewalt Marathon" machte sehr betroffen und nachdenklich. "Die Stadtgemeinde Amstetten unterstützt die Veranstaltung da es wichtig ist, Gewalt in der Familie aus der Privatheit in das öffentliche Bewusstsein zu holen", so Ulrike Königsberger-Ludwig.

Das Thema wurde von SAY YES & keep swinging mit Eveline Skarek als Sängerin und Karl Schaupp als Pianist musikalisch sehr eindrucksvoll untermauert.

Die Veranstaltung in Kooperation mit der Stadtgemeinde Amstetten, der gesunden Gemeinde und Kidsnest wurde gut besucht und war "gewaltig beeindruckend".


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