Gabriele Heinisch-Hosek und Andreas Kollross

Obsorgediskussion in Wr. Neudorf

Auf Einladung der SPÖ-Frauen des Bezirkes Mödling fand eine Podiumsdiskussion zum Thema „Gemeinsame Obsorge“ unter Einbeziehung der Kinderfreunde statt.

Neben Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek, der Familienrichterin Doris Täubel-Weinreich und Anneliese Erdemgil-Brandstätter von der Frauenberatungsstelle Casandra diskutierte auch Kinderfreunde-Landesvorsitzender Andreas Kollross mit.


Kollross legte dabei einmal mehr die Position der Kinderfreunde dar und bekräftigte gleichzeitig seine Forderung nach Einführung der „Cochemer Praxis“ in Österreich. „Die Diskussion um die gemeinsame Obsorge ist mittlerweile so ideologisiert, dass sie am Kern der Fragestellung vorbeigeht. Es geht nicht um das Recht der Eltern auf ihre Kinder, sondern es geht um das Recht der Kinder auf ihre Eltern. Das hat mit der Frage der Obsorge wenig zu tun. Wir müssen als Gesellschaft dafür sorgen, dass sich im Trennungskonflikt Eltern zwar als Paar trennen können, sie aber trotzdem Eltern bleiben. Dafür brauchen sie Unterstützung. Nicht nur in ihrem Interesse, sondern vor allem im Interesse ihrer Kinder. Die herkömmliche Gesetzeslage ist dabei genau so wenig brauchbar, wie jene Gesetzesvorlage, die bisher aus dem Justizministerium bekannt ist.

So lange die Diskussion jedoch um die Obsorge geführt wird, geht diese am Kern der Fragestellung aus Sichtweise der Kinder vorbei. Der Kern der Debatte muss jedoch das Verhindern der Entfremdung und die Durchsetzung des Besuchsrechtes sein. Dafür ist die schnelle Intervention im Trennungsfall unabdingbar. Der interdisziplinäre Ansatz der „Cochemer Praxis“ scheint mir nach allem bisher diskutieren der richtige Ansatz zu sein, um Trennende nicht aus ihrer elterlichen Verantwortung zu lassen und sie gleichzeitig bei der Lösungsfindung betreffend Kindesumgang zu unterstützen. Wir sind es unseren Kindern schuldig, Eltern in die Pflicht zu nehmen, ihren persönlichen Konflikt nicht am Rücken ihrer Kinder auszutragen. Solange jedoch eine Scheindebatte über die Obsorge geführt wird, kommen wir keinen Schritt weiter“, so Kollross abschließend.

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