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Die Gruppe macht's

9 Argumente, warum uns die regelmäßige Kinder- und Jugendgruppenarbeit so wichtig ist

Kinderfreunde und Rote Falken haben ein Ziel. Und dieses Ziel ist es, Gesellschaft zu verändern und zu gestalten. Unsere Basis sind dabei die Werte Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Solidarität, Vielfalt und Frieden. Diese Veränderung findet zu einem guten Teil in Gruppenstrukturen statt. Allerdings ist nicht mehr überall in Österreich die Gruppenarbeit der Kinderfreunde sehr stark. Im Folgenden wollen wir der Frage nachgehen, warum denn Gruppenarbeit so wichtig für das Anliegen der Kinderfreunde ist:


Warum ist die Gruppe wichtig für jedeN EinzelneN?


1. Die Gruppe ist Frei- und Schutzraum

Der Mensch ist ein soziales Wesen. In Menschengruppen entwickeln Menschen ihre Persönlichkeit und Identität. Kinderfreunde-Gruppen sind ein bewusst geschaffener geschützter Raum für Kinder ebenso wie für die HelferInnen. Dieser Freiraum steht außerhalb des gesellschaftlichen Alltags und ist dadurch eine Gegenwelt, in der frei ausprobiert, selbstorganisiert gelebt, Abenteuer erlebt und gespielt werden kann. Zudem ist es ein Austausch- und Schutzraum für die vielen sensiblen Entwicklungen, die Menschen in Kindheit und Jugend durchlaufen.

2. Die Gruppe ist Lernraum

Heutzutage ist Wissen eine gesellschaftliche Ressource, die schier unerschöpflich ist. In der Gruppe gibt es die Möglichkeit, gemeinsam Wissen zu erwerben und zu diskutieren.  Bildungsarbeit in Gruppen ist ein Gegengewicht zur schulischen Bildung. Hier wird nach Interesse und nicht nach Lehrplan gelernt. Dabei ist es wichtig, das Wissen auch erfahrbar zu machen und auszuprobieren. Dadurch werden der Spaß am Lernen und Neugier wach gehalten.

3. Die Gruppe bedeutet Gemeinschaft lernen und leben

In der Gesellschaft gibt es einen Trend dahin, Menschen zu vereinzeln. Die Gruppenarbeit ist dazu ein Gegenmodell. In den Kinderfreunde-Gruppen wird versucht, ein solidarisches Miteinander zu leben. Über diese Erfahrungen lernen die Kinder und Jugendlichen, ebenso wie die HelferInnen, sozial-solidarisches Verhalten, lernen, Konflikte zu lösen, miteinander zu reden, Rücksichtnahme und Empathie. In Gruppen gibt es zudem Raum, Selbstorganisation mit und für die Gruppe auszuprobieren. 

Gruppen geben Individuen die Möglichkeit, sich im Vergleich mit den anderen und im Umgang miteinander zu entwickeln und zu wachsen. In Gruppen laufen Bildungs- und Erziehungsprozesse ab, die die Entwicklung der Persönlichkeit und Identität vorantreiben. Kinderfreunde-Gruppen sind dafür ein geschützter Raum!


Warum braucht die Gesellschaft Kinderfreunde-Gruppen?


4. In der Gruppe werden Werte vermittelt

Kinderfreunde beziehen sich auf die sozialdemokratischen Werte von Freiheit, Gleichheit und Solidarität. In Gruppen werden diese Werte vermittelt und gelebt. Über Gruppenarbeit werden Menschen schon früh mit den abstrakten Konzepten zusammen gebracht, aber sie bietet auch die Chance, diese auszuprobieren. Dadurch werden die Werte stark verinnerlicht und zurück in die Gesellschaft getragen. In den Kinderfreunde-Gruppen wachsen so Persönlichkeiten heran, die später Verantwortung übernehmen können und Gesellschaft gerechter und solidarischer gestalten.

5. In Gruppen lerne ich, was Demokratie ist und was nicht/In Gruppen werden kapitalistische Denk- und Verhaltensmuster aufgeweicht

Für Kinderfreunde-Gruppen ist es wichtig, zu verstehen, wie Gesellschaft funktioniert. Gemeinsam können gesellschaftliche Strukturen besprochen werden. Gerade Herrschaftsverhältnisse (zwischen Frauen und Männern, zwischen InländerInnen und AusländerInnen, ...) werden gemeinsam thematisiert und Alternativen dazu diskutiert bzw. entwickelt. Zudem werden Formen von Teilhabe ausprobiert und spielerisch Entscheidungsstrukturen entdeckt. Über diese simple Form der Demokratieerziehung werden die Kinder und Jugendlichen gestärkt, sich selbst einzubringen. Über Internet, Fernsehen und andere Medien ist jedeR mit einer Flut von Informationen konfrontiert, die allein zu bewältigen eine Herausforderung ist. In der Gruppe gibt es die Möglichkeit, miteinander wichtig von unwichtig zu scheiden.

In Kinderfreunde-Gruppen werden Menschen zu kritischen Individuen entwickelt, die in der Lage sind, ihre Umgebung wahrzunehmen und sich aktiv in die Gestaltung eben dieser einzubringen.

6. Gruppen sind für alle offen

Die Gesellschaft ist sozial ungerecht organisiert. Mit den Kinderfreunde-Gruppen kann in einem kleinen Rahmen sozialer Ausgleich geprobt werden. An Gruppenarbeit kann jedeR teilnehmen, unabhängig von Geldbeutel, sozialer Herkunft und körperlicher Verfassung. Dadurch bieten die Gruppen gerade für Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Milieus ein erschwingliches pädagogisches Angebot. Zudem kann die Gruppe ein Raum sein, in dem Austausch zwischen den Schichten passiert. Durch dieses Erleben wird der Sinn für Toleranz/Akzeptanz geschärft.

Im Umgang miteinander lernen Kinder und Jugendliche Werte und Normen, die sie dann weitertragen und zurück in die Gesellschaft bringen. In Kinderfreunde-Gruppen haben Werte und Reflektionsfähigkeit einen hohen Stellenwert, um Gesellschaft zu verstehen und auf lange Sicht zu verändern.


Was bedeutet die Gruppe für die Kinderfreunde als Organisation?


7. Gruppenarbeit führt zu einem Überleben der Kinderfreunde

Gruppen sind die kleinste Organisationseinheit der Kinderfreunde. Dementsprechend stehen viele Gruppen für große Bezirks- und Landesorganisationen. In Gruppen können junge Menschen die Idee der Kinderfreunde-Arbeit kennen lernen und sich dafür begeistern. Durch die Regelmäßigkeit von Gruppenarbeit kommt es zu einer persönlichen Bindung und Identifikation mit den Kinderfreunden. Gruppen sind also für den Nachwuchs zum Fortsetzen der Gruppenarbeit, aber auch für die Funktionen innerhalb der Kinderfreunde wichtig. 

8. Durch Gruppen werden wir „kampagnenfähig“

Um als Organisation ein ernstzunehmender gesellschaftlicher Akteur zu sein, müssen die Kinderfreunde kampagnenfähig zu sein. Die Gruppen können und sollen dabei zwei Funktionen haben: Zum einen sollen sie natürlich ein Ort sein, in dem politische Diskussion geführt wird, um politisches Bewusstsein zu schaffen. Zum anderen soll aber die Gruppe natürlich auch Multiplikator sein und mit Aktionen und Aktivitäten, Inhalte nach außen in die Gesellschaft tragen.

9. In Gruppen leben Geist und Traditionen der Roten Falken und Kinderfreunde weiter

Die Kinderfreunde haben eine lange Geschichte. Oft haben sich die Kinderfreunde verändert, doch die grundlegende Idee ist dieselbe geblieben. Und diese Idee beruht nun mal auf Gruppen und gehört in Gruppenarbeit! Gruppen sind zudem ein geeigneter Raum, um Traditionen und Lieder der Kinderfreunde-/Roten Falken-Bewegung weiterzugeben und am Leben zu halten.

Das Herzstück der Kinderfreunde ist die Gruppenarbeit – sowohl historisch, als auch aus heutigen Notwendigkeiten. Eine starke Kinderfreunde-Organisation – politisch und mit Traditionen – ohne Gruppen ist undenkbar!


Aus diesen Gründen formulieren wir folgende drei Ziele:

  • Der Stellenwert von Gruppenarbeit muss erhöht werden. (Innerhalb der Organisation und darüber hinaus)
  • Kinder- und Jugendgruppenstrukturen müssen auf- und ausgebaut werden!
  • Gruppenarbeit muss praktisch unterstützt werden!
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