11 Punkte für die pädagogische Arbeit in der Kindergruppe

Für die pädagogische Arbeit in der Kindergruppe sind elf Punkte zu berücksichtigen:
 
 Die Struktur des Kindergruppenalltages

Die Gestaltung der pädagogischen Arbeit hängt wesentlich vom Tagesablauf ab. Unterschiedliche Ankunfts- und Verlassenszeiten der einzelnen Kinder, dadurch laufend veränderte Gruppenstärken, etc. sind nur einige formale Merkmale, die den Tagesablauf in der Kindergruppe kennzeichnen. Ihr jeweiliger Stellenwert muss bei der Arbeitsplanung immer wieder neu überdacht und bei der Gestaltung der Arbeit berücksichtigt werden.

Erfahrungsbereiche der Kinder aufgreifen

Durch Beobachtungen, Gespräche mit Kindern und Eltern kann die/der PädagogIn erfahren, welche Fragen oder Probleme die Kinder zur Zeit besonders beschäftigen. Diese Fragen können ausgelöst worden sein durch aktuelle Ereignisse in der näheren Umwelt der Kinder.

Die/Der PädagogIn sollte versuchen, das jeweilige Thema aufzugreifen, indem sie/er Ihre/seine Anregungen und Angebote an den Bedürfnissen der Kinder ausrichtet, an ihren Erfahrungen anknüpft und kann Hilfen zur Lösung der anstehenden Probleme geben.
 
 Lernen durch praktische Anwendung ermöglichen

Für die Kinder steht sinnvolles Handeln, etwas „Richtiges” zu machen, das eben Gelernte praktisch anwenden zu können im Vordergrund. So lernen die Kinder leichter, da sie die erworbenen Fähigkeiten auf diese Weise sinnvoll und unmittelbar für sich verwenden können.

Verbindungen ermöglichen zwischen dem Erwerb individueller Kenntnisse und dem Handeln für die anderen

Der Erwerb von Sachkenntnissen sollte nicht nur in abstrakten Formen, sonder eingebettet in den Alltag ermöglicht werden. Erworbene Kenntnisse werden stabiler, wenn das Kind sie nicht nur für sich, sondern auch im Handeln für und mit anderen anwenden kann und wenn auch die anderen diese Fähigkeiten dann anerkennen und ihnen vertrauen.
 
 Umfassende Bereiche zum Lernen erschließen

Die Interessen der Kinder sind geprägt durch das Bedürfnis, an der wirklichen Welt der Erwachsenen mitzuwirken. Dazu ist es notwendig, den Kindern durch die pädagogische Arbeit auch umfassendere Bereiche zum Lernen und Erfahrungen sammeln zu erschließen, wie Technik, Verkehr, Verwaltung, Nahrungsmittelzubereitung, Textilgestaltung, Sport, Werken, …

Zeiträume mit einbeziehen

Die jahreszeitlichen Abläufe und zeitlich festgelegte Ereignisse haben oft großen Einfluss auf die Kinder. Diese sollten bei der Jahresplanung berücksichtigt werden.

Beteiligung der Kinder an den Planungsschritten

Zu verwirklichende Vorschläge und Ideen der Kinder zur Gestaltung des Alltages sollten aufgegriffen und verstärkt werden. Sofern die Kinder sich scheuen, sich von sich aus einzubringen, sollten sie ermutigt werden.

Die Kinder können lernen, dass ihre eigenen Ideen wichtig sind, ernst genommen werden und für die Gestaltung des Gruppenlebens von Wert sind. Sie lernen sich ein Stückchen aus der Abhängigkeit vom Erwachsenen zu befreien und übernehmen Mitverantwortung für das Gruppengeschehen.

Möglichst vielfältige frei wählbare Angebote einbeziehen

Es ist sinnvoll mit den Stärken der einzelnen Persönlichkeiten der Betreuungspersonen zu arbeiten. Dies birgt nicht nur den Vorteil, dass die/der BetreuerIn ihre/seine Fähigkeiten bestmöglichst einsetzen kann, sondern auch eine Auswahl für die Kinder, die verschiedensten Bereiche kennenzulernen. Um verborgene Talente und Interessen zu wecken, sollten die Kinder die Möglichkeit haben, frei zu wählen, an welchen Projekten sie teilhaben wollen.
 
 Nach Möglichkeit auch außenstehende Personen aus der Umwelt der Kinder einbeziehen

Die Außenkontakte der Kinder sollten durch den Kindergruppenbesuch nicht eingeschränkt werden (altersgemäß). Je nach Möglichkeit können freizeitpädagogische Einrichtungen und Spielplätze am Programm stehen. Wenn es die Gegebenheiten erlauben, können auch Besuche anderer Kinder in der Kindergruppe zu bestimmten Aktivitäten eingebaut werden (Feste, Feiern, …).

Das selbe gilt für Eltern, LehrerInnen und NachbarInnen der Kindergruppe.

Auch das Einladen von ReferentInnen (z.B. Feuerwehr, Rettung, Polizei, ArztIn, …) zu Themen, die Kinder besonders interessieren, ist eine willkommene Abwechslung.
 
 Die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit KollegInnen und Eltern berücksichtigen

Die gleichberechtigte Zusammenarbeit aller MitarbeiterInnen ist eine wesentliche Voraussetzung für die partnerschaftliche Arbeit mit Kindern und Eltern.

Dabei sollte die pädagogische Arbeit, ihre Planung und Reflexion als gemeinsames Anliegen aller MitarbeiterInnen einer Einrichtung gesehen werden, zu der jedeR selber einen Teil beiträgt.
 
 Berücksichtigung, dass sich die Rolle des PädagogInnen verändert

Der Erwachsene ist hier nicht der „Allwissende”, der auf jede Frage eine unumstößliche Antwort weiß. Er lebt und lernt täglich zusammen mit den Kindern, macht gemeinsame Erfahrungen mit ihnen und erarbeitet gemeinsam Antworten und Lösungen für ihre Probleme. Sinnvolle und pädagogisch fruchtbare Arbeit mit den Kindern wird er nur dann leisten können, wenn er als Partner all sein Wissen, Können und Fühlen in der ErzieherIn-Kind-Beziehung einbringt und sich bemüht, von und mit dem, was er kann, den Kindern das, was sie zu einer gesunden Entwicklung benötigen, zu vermitteln.

Natürlich kann nicht jeder der Punkte in jeder Gruppenkonstellation umgesetzt werden, jedoch sollten diese elf Punkte eine Unterstützung für die Planung sein.

 


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